Glücksspielsucht, Spielsucht, Therapie - mein persönlicher Blog über meine Glücksspielsucht und meinen Umgang mit ihr. Über meine stationäre Therapie, die Hilfe meiner Frau, meine Selbsthilfegruppe für Glücksspielsucht und mein neues Leben!

Für die Freunde der Pechspielindustrie

20. April 2017 nach Kai Sender | Keine Kommentare

Juhu! Seit heute für den Kindle draußen!

Und für die restlichen eBook-Reader dürfte es morgen oder übermorgen soweit sein. Die ersten zwei Wochen zum Nie-wieder-zocken-Preis von 5,99 Euro, danach 9,99 Euro. Für alle Süchtigen, Angehörigen, Selbsthilfegruppengeschädigten, Paul-Gauselmann-Freunde, Spielothekengolums und aufrechte (ablinke) Kämpfer gegen die Glücksspielindustrie und ihre Lakaien.

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Glücksspielsucht: Lügenspiele und alternative Fakten

18. März 2017 nach Kai Sender | Keine Kommentare

Unser Buch über Glücksspielsucht

Unser Buch über Glücksspielsucht

Sie hätte schon im letzten November gezeigt werden sollen, die Dokumentation von NZZ Format über Glücksspielsucht, in der neben vielen Experten auch Betroffene zu Wort kommen, darunter auch meine Frau Gisela und ich. Eigentlich bin ich ja ein Experte bei diesem Thema, ein ganz hervorragender sogar, denn ich habe den ganzen Kokolores der Glücksspielsucht erfahren. In der nassen Zeit, in meiner Zockerzeit also, habe ich so ziemlich jede Phase einer aktiven Sucht durchlaufen:

Einstiegsphase der Glücksspielsucht

Zu Anfang hatte ich gewonnen, einen richtig großen Betrag, nachdem ich ein Lockangebot eines Casinoanbieters im Internet angenommen hatte, das per Mail zu mir kam. Wenn es so einfach war, Geld zu verdienen, dann wollte ich das natürlich fortsetzen. Und das habe ich dann getan.

Verlustphase der Glücksspielsucht

Die Gewinne blieben aus, die Verluste stiegen. Ich setzte immer mehr Geld ein, um endlich den großen Gewinn zu machen. Trotz allem machte mir das Zocken Spaß – ich spielte eben nicht, um Geld zu verdienen. Das dachte ich damals jedoch. Heute, in meiner Spielfreiheit, und nachdem ich vieles über Glücksspielsucht gelesen und in meiner Selbsthilfegruppe etliches über die Gründe für diese Sucht gelernt habe, weiß ich: Es ging nie ums Geld. Das Zocken hatte ganz andere Gründe.

Verzweiflungsphase der Glücksspielsucht

Denn ich war schon längst mitten in der Sucht angekommen, ich zockte, um meine Gefühlswelt wegzudrücken, um unangenehmen Emotionen auszuweichen und mir regelmäßig meine Dosis „Instantglück“ zu holen. Wenn ich mich nicht wohl fühlte: Was lag da für mich näher, als sofort und lange zu zocken – nichts denken, keine Konflikte austragen müssen, mich nicht der Realität stellen.

Es brauchte meinen persönlichen Tiefpunkt, damit ich endlich erkannte, dass es so nicht weitergeht und ich mir Hilfe holen muss. Das habe ich getan, mit Unterstützung und Mut machen durch meine Frau.

Heute leiten wir beide unsere Selbsthilfegruppen. Jeden Tag erhalte ich Mails oder Anrufe von Angehörigen oder von Betroffenen. Das Thema Glücksspielsucht ist aktuell bei uns, jeden Tag, nicht als Belastung oder Pflicht, sondern als persönliches Steckenpferd. Und das tut mir und ihr gut.

Wir haben über unsere Erfahrungen ein Buch geschrieben, das noch besser als erwartet ankommt. Wir sind immer noch verblüfft darüber, wie gut es läuft.

Nun ist die Doku von NZZ Format auf 3Sat zu sehen, am Sonntag, 19. März um 19.10 Uhr – und Gisela und ich sind dort zu sehen. Ich sage für mich peinliche Dinge. Aber so ist das mit der Suchtfreiheit: Die Zeit des Lügens ist vorbei. Und das ist gut so.

Weitermachen!

PS: Unser Buch gibt es übrigens auch hier.

PPS: Oder hier.

PPS: Oder … ähm … hier!