Glücksspielsucht, Spielsucht, Therapie - mein persönlicher Blog über meine Glücksspielsucht und meinen Umgang mit ihr. Über meine stationäre Therapie, die Hilfe meiner Frau, meine Selbsthilfegruppe für Glücksspielsucht und mein neues Leben!

Bipolare Störung und warum ich Pause mache

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An manchen Tagen sieht die Welt so aus. Für Manche.
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Ziemlich erschöpft war ich, sehr genervt auch – am letzten Freitag, als die Woche zu Ende ging: Offensichtlich hatte ich mich während der Woche zu sehr mit dem Thema Sucht beschäftigt. Das Thema ging mir zum Schluss sehr auf die Nerven.

Das mag auch damit zusammenhängen, dass ich Schwierigkeiten hatte mit einem Anrufer. Er ist Spieler, allerdings spielfrei, und leidet. In dem Gespräch ging es nach einer ganzen Weile um bipolare Störungen. Er leidet offensichtlich darunter.

Wir Süchtigen müssen lernen, mit unserer Gefühlswelt umzugehen. Meine berühmten vier Schritte kommen da wieder hervor: Gefühle wahrnehmen, Gefühle annehmen, über Gefühle reden und dann auch Gefühle zeigen.

Nun ist es ja bei jedem Menschen so, dass er gute Tage hat und auch schlechte Tage. Also Tage mit angenehmen Gefühlen und Tage mit unangenehmen. Meistens kann man sich das auch erklären. Die Gefühle schwanken halt wegen der unterschiedlichen Situationen, in denen man sich befindet.

Bei einer bipolaren Störung ist das anders. Menschen mit einer solchen Störung fallen von einem Extrem ins andere – und das ohne nachvollziehbare Gründe. Die bipolare Störung wird auch als manisch-depressive Erkrankung bezeichnet. Wer an dieser Krankheit leidet, hat ein zwanzigfach erhöhtes Selbstmordrisiko. Ein halbwegs geregeltes Leben ist da kaum möglich.

Nicht alle Menschen, die unter einer bipolaren Störung leiden, wissen das auch. Sie merken zwar, dass ihr Leben nicht „normal“ ist, aber nicht alle gehen deswegen auch zum Arzt oder zu einem Psychologen. Dabei könnte ihnen dort sehr geholfen werden, denn rechtzeitig diagnostiziert, kann eine abgestimmte Behandlung den Krankheitsverlauf erleichtern.

Auf der Seite neue-wege-psychiatrie.de findet sich eine interaktive Grafik, die ganz hilfreich ist. Du kannst da von Erklärung zu Erklärung klicken. Das gefällt mir. Ich selber wusste erst nicht, was eigentlich unter Manie zu verstehen ist.

Mögliche Zeichen einer manischen Episode sind z.B.

  • Gesteigertes Selbstwertgefühl oder Größenideen
  • Vermindertes Schlafbedürfnis
  • Rededrang
  • Ideenflucht oder Gedankenrasen
  • Aktivitätssteigerung
  • Gehobene Stimmung
  • Gereiztheit
  • Unbändiger Optimismus
  • Eingeschränktes Urteilsvermögen
  • Psychotische Symptome (z.B. Wahnvorstellungen)

Dagegen stehen die Symptome einer Depression:

  • Depressive, ängstliche Stimmung
  • Aktivitätsverminderung
  • Selbstmordgedanken
  • Schlafstörung
  • Reizbarkeit
  • Selbstabwertung, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle
  • Konzentrationsprobleme
  • Interessenverlust, Lustlosigkeit
  • Energieverlust, Kraftverlust, Antriebslosigkeit
  • Psychotische Symptome (z.B. Wahnvorstellungen)

In der Arbeit in einer Selbsthilfegruppe oder generell mit Süchtigen kommt es schon mal vor, dass ich auf solche Anzeichen treffe. Vor allem das „Heute so – Morgen so“ macht mir dabei Angst. Nun, ich bin kein Therapeut und in solchen Situationen überfordert. Aber das kann ich dann auch sagen. Den Mut habe ich.

Ich helfe, so gut ich kann. Manchmal, wie in der letzten Woche, mache ich vielleicht zuviel, so dass ich am Ende richtig erschöpft bin, seelisch. Dann weiß ich: Jetzt ist erst mal ein Cut angesagt.

Kai macht Pause.

Dazu muss ich mich dann auch etwas überreden, aber das klappt. Deshalb habe ich mich am Wochenende sehr zurückgehalten. Und bis auf diesen Artikel und den Gruppenabend am Donnerstag lasse ich die Sucht erst mal Sucht sein. Und die Süchtigen haben mich in dieser Woche nicht als Ansprechpartner.

Diese Auszeit nehme ich mir.

Aber dann geht es auch weiter.

Mit den Hufen scharrend: Weitermachen!

Autor: Kai Sender

Ich bin spielsüchtig und alkoholsüchtig. Trocken bin ich seit 22 Jahren, spielfrei seit sechs Jahren. 2011 habe ich eine stationäre Therapie in der Fachklinik St. Marienstift - Dammer Berge GmbH - 49434 Neuenkirchen gemacht. Hier schreibe ich über meine Spielsucht und Alkoholsucht, meine Therapie und meine Gefühle und über das, was ich über mich und meine Sucht lerne. Du findest mich auch auf Google Plus, Facebook und Twitter. Außerdem kannst Du mir gerne mailen.

Ein Kommentar

  1. Bipolar! Da kann ich mitreden denn ich habe die tendency zu uber arbeiten, vergesse zu Essen und das am meisten mich behindert is keinen schlaf. Da ist auch ein gutes gefuhl MIT gebracht,denn da kann ich am meisten productive sein und „move the mountains“.
    Ja, dann kommt das gegenteil und Seit meiner sobriety from Drugs or total addiction,
    Heute kann ich sagen das ist nicht normal Oder in normaler Mensch ein problem.
    Meine Gefuhle und tendencies kann ich erkennen. Damit Meine ich, nicht zu
    controlieren. Control ist auch ein addictive behavior for me. Zu fuhlen habe ich gelernt und nicht auf Meine personality traits zu conzenrieren, mich demnach zu verhalten. Zuerst tun und to take care of me ist das was Mir am schwersten ist. Being aware MIT einem klaren Kopf ist ein vorteil in my program und Wenn ich probleme finde I behave accordingly. Dann bin ich gluecklich .. Fur alle die MIT diesem personality disorder getroffen Sind sende ich “ there is a Rainbow at the end of the Tunnel“. Love Ingrid
    Love your neighbor as you love your self. Ich hatte vergessen Oder drugged it away.

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