Glücksspielsucht, Spielsucht, Therapie - mein persönlicher Blog über meine Glücksspielsucht und meinen Umgang mit ihr. Über meine stationäre Therapie, die Hilfe meiner Frau, meine Selbsthilfegruppe für Glücksspielsucht und mein neues Leben!

Haben den Kampf mit der Sucht gemeinsam aufgenommen: Gisela und Kai Sender

Buchkritik: Die allzeit bereite Dosis Instantglück

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Haben den Kampf mit der Sucht gemeinsam aufgenommen: Gisela und Kai Sender

Haben den Kampf mit der Sucht gemeinsam aufgenommen: Gisela und Kai Sender

Kai Sender ist Suchtexperte aus eigener Erfahrung. Seit 22 Jahren ist er trockener Alkoholiker. Vor einigen Jahren unterlag er einer Suchtverlagerung auf Glücksspiel. „Ich war zwar trocken, aber nicht nüchtern und hatte bis dato die Ursache meiner Sucht nicht aufgearbeitet“, meint Sender. Nach einer stationären Therapie von vier Monaten Dauer ist er seit fünf Jahren „spielfrei“ – so nennt man die Abstinenz vom Glücksspiel.

„Ich habe meine Sucht im Blick. Das muss ich auch“, meint Sender, „denn es ist eine Krankheit, die nicht geheilt, sondern nur gestoppt werden kann. Und ich muss mich bis zum meinem Lebensende beobachten.“ Er selbst brauche es, dass er offensiv mit seiner Sucht umgehe, dass er darüber rede und schreibe. Er brauche es, eine Selbsthilfegruppe zu haben und sich wöchentlich mit anderen Glücksspielsüchtigen zu treffen. Das Schöne an diesem offensiven Bekenntnis zur Sucht sei, dass er noch keine negative Reaktion darauf erhalten habe.

Zum Glückspiel ist Sender gekommen, weil es für ihn dieselben Funktionen erfüllte wie die Alkoholsucht: Flucht vor der Realität, vor unangenehmen Gefühlen. Statt sich Problemen oder Konfliktsituationen zu stellen, spielte er lieber Poker im Internet. „Ich gestand mir meine unangenehmen Gefühle nicht zu“, sagt Sender, „und hatte arge Probleme, sie überhaupt wahrzunehmen. Immer, wenn es mir nicht so gut ging, hatte ich ja meine Dosis „Instantglück“, nämlich das Glücksspiel.“

Vor seiner Frau Gisela konnte er die Summen, die er verspielte, verstecken, indem er die Einsätze ausschließlich von seinem Geschäftskonto bezahlte. „Ich fiel aus allen Wolken, als Kai mir eines Tages seine Online-Zockerei gebeichtet hat“, meint Gisela Sender. Spieler seien eben auch Schauspieler und würden ebenfalls mit den Menschen um sie herum spielen. Während Kai auf Rat seiner Ärztin in eine geschlossene Einrichtung der Psychiatrie ging, suchte Gisela sich vergeblich Hilfe. „Die Angebote für Angehörige von Süchtigen waren zu dem Zeitpunkt, kurz vor Weihnachten, nicht erreichbar. So war es sehr mühsam, Informationen über die Glücksspielsucht zu erhalten.“

Über diese Anfangszeit und die fünf Jahre der Spielfreiheit darauf berichten beide sehr offen in ihrem Buch „Unser Suchtbericht.“

Sie erzählen von ihrer jeweils eigenen Angst, ihren Hoffnungen und dem Weg, den beide bis heute gehen. Ihr Suchtbericht macht Mut, sich der Sucht zu stellen und den Kampf aufzunehmen.

Autor: Kai Sender

Ich bin spielsüchtig und alkoholsüchtig. Trocken bin ich seit 22 Jahren, spielfrei seit sechs Jahren. 2011 habe ich eine stationäre Therapie in der Fachklinik St. Marienstift - Dammer Berge GmbH - 49434 Neuenkirchen gemacht. Hier schreibe ich über meine Spielsucht und Alkoholsucht, meine Therapie und meine Gefühle und über das, was ich über mich und meine Sucht lerne. Du findest mich auch auf Google Plus, Facebook und Twitter. Außerdem kannst Du mir gerne mailen.

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