Glücksspielsucht, Spielsucht, Therapie - mein persönlicher Blog über meine Glücksspielsucht und meinen Umgang mit ihr. Über meine stationäre Therapie, die Hilfe meiner Frau, meine Selbsthilfegruppe für Glücksspielsucht und mein neues Leben!

Darf ich vorstellen: Mein Buch über meine Glücksspielsucht und Therapie

11. September 2015 von Kai Sender | 1 Kommentar

Hier ist es jetzt, unser Buch über meine Glücksspielsucht, meine Therapie und unseren gemeinsamen Umgang mit der Spielsucht.

Hier ist es jetzt, unser Buch über meine Glücksspielsucht, meine Therapie und unseren gemeinsamen Umgang mit der Spielsucht.

UNSER SUCHTBERICHT

Kai und Gisela Sender erzählen, wie sie die Krise bewältigt haben, in die sie Kais Glücksspielsucht gestürzt hat. Kai zeigt sein Tagebuch einer stationären Therapie und des ersten Jahres danach. Gisela berichtet aus ihrem Blickwinkel. Das alles wird entwaffnend ehrlich, aber auch mit viel Humor erzählt.

„Wir haben es geschafft und hoffen, mit diesem Bericht Betroffenen und Angehörigen Mut zu machen, den Weg aus der Sucht anzutreten. Es lohnt sich.“

Während Gisela und ich endlich wieder in unserem Lieblingsurlaubsland die Zeit genießen können, ist unser Buch in den Handel gekommen. Es ist ehrlich, heftig, bewegend, peinlich, wütend, traurig, trotzig – es ist die Wahrheit, so wie Gisela und ich sie erlebt haben und immer noch erleben.

Ihr könnt es hier bestellen:

bei Amazon

bei Bücher.de

bei Buch.de 

bei Thalia.de

bei Bod.de

oder mit der ISBN 9783738630879 im „realen“ Buchhandel. Es kostet 24,90 Euro und ist extrem preiswert.

Ich habe diesen Blog verschlankt – die Artikel sind jetzt im Buch zu finden. Und das nächste Buch ist schon in Arbeit.

Gespannt: Weitermachen!

PS: Es gibt so vielen Menschen Dankeschön zu sagen. Es gibt so viele wichtige Menschen in meinem Leben, die mir geholfen haben. Ich danke Euch!

 

 

 

Kämpfer gesucht!

16. August 2015 von Kai Sender | Keine Kommentare

Ich suche Kämpfer.

Ich suche Kämpfer.

Das Fernsehen der Neuen Züricher Zeitung ist → NZZ Format. Diese Reihe bringt Berichte, „die vertiefte Information vermitteln statt bloß Informationshäppchen verteilen und die zuerst einen Sachverhalt erklärend darstellen, bevor sie die kritische Sonde ansetzen. Mit diesem Ansatz wird auch ein gehobenes Publikum erreicht, das mit dem mehrheitlich unterhaltungsorientierten Fernsehangebot wenig anfangen kann.“ (Eigenauskunft)

Für eine Dokumentation – nicht für eine Reportage, wie ich gestern gelernt habe – über Glücksspielsucht sucht NZZ Format noch einen Kämpfer oder eine Kämpferin, die zwar schon erkannt haben, dass sie mit dem Spielen aufhören sollten, denen es aber immer noch sehr schwer fällt, mit ihrer Sucht gesund umzugehen.

Zusammen mit mir würde diese/r Kämpfer/in zwanglos über sich und die Glücksspielsucht berichten können. Und damit einer enorm großen Menschenmenge wichtige Informationen und Hilfe vermitteln.

Sybille Tiessen, die Macherin dieser Dokumentation, war gestern bei Gisela und mir – es war ein sehr angenehmes, offenes, berührendes Gespräch.

Wer bereit ist, sich der Kamera, der Öffentlichkeit und damit auch seiner Sucht zu stellen, der möge mir doch bitte mailen: → kai.sender@suchtbericht.de

Ich freue mich auf Euch!

 

 

 

Eine Powerfrau, ein Zitterschluck und der Endzustand eines Säufers

15. November 2013 von Kai Sender | Keine Kommentare

trockengeburtstag

Ein Geschenk lag heute auf dem Frühstückstisch, als ich morgens vom Brötchenholen wieder ins Haus trat. Es war eines von meiner Frau zum Trockengeburtstag. Meine Frau hatte Atmosphäre geschaffen: Kerzen brannten, es war wunderschön gedeckt, die Stimmung war wunderbar!

Neunzehn Jahre ist es her. Seitdem bin ich trocken. Seitdem ist auch meine Frau trocken. Aus Rücksichtnahme auf mich trinkt auch sie keinen Alkohol.

Mein Trockengeburtstag ist auch ihr Trockengeburtstag.

In den ersten Tagen/Wochen/Monaten meiner Trockenheit habe ich nicht einen Moment stolz sein können. Dem Alkohol zu widerstehen war schwer, doch konnte ich diese Leistung nicht würdigen. Gisela hat das für mich übernommen. Permanent machte sie mir klar, wie gut das war, was ich tat. Sie lobte mich beständig, baute mich auf. Dabei hat sie in der Zeit sowieso für Zwei handeln, denken und entscheiden müssen.

Gisela hat sich damals über Alkoholismus schlau gemacht: Bücher gelesen, Experten befragt, Gruppen besucht. Weil sie mir helfen wollte. Eine ihrer Maximen lautet „Wissen hilft!“ Daher war sie nie co-abhängig.

In den neunzehn Jahren habe ich für mich gelernt, mit meinem Alkoholismus offensiv umzugehen. Ich bin ein stolzer trockener Alkoholiker geworden. Dazu habe ich lange gebraucht. Nur neunzehn Jahre. Aber was soll’s – jetzt ist es so.

Heute nerve ich sehr wahrscheinlich viele Mitmenschen damit, dass ich gerne über das Thema Sucht rede, über meine Selbsthilfegruppe. Ich brauche das für mich. Heute bin ich aktiv. Als Säufer war ich passiv. Jeder Säufer ist passiv.

Ich habe vor einiger Zeit ein Jahr lang Nachtbereitschaft in einem Heim für ehemals Obdachlose übernommen. Alles alte Männer, die meisten trinken. Sie dürfen dort trinken, in „sozial verträglichem Rahmen.“ Darunter sind etliche kluge, sehr sympathische Männer. Sie haben den Absprung vom Alkohol in ihrem Leben nie geschafft. Mancher hat über 140 stationäre Entgiftungen hinter sich. Aber der persönliche Tiefpunkt, der nötig ist um aufzuhören mit der Droge, wurde nicht erreicht.

Jetzt sitzen sie dort, erhalten Taschengeld, haben wenigstens ein eigenes Zimmer. Ab und zu wird gesoffen. Und das war’s dann. Besuch kommt selten, eigentlich gar nicht, denn sie haben ihre Familien zerstört, ihre Ehen zerbrochen, Freunde verlassen. Weil der Ruf des Alkohols stärker war als alles andere in ihrem Leben.

Ich habe berührende Momente in diesem Heim erlebt. Situationen, die ans Herz gingen. Dazu kamen Ärger, Aggression, dummes Gelaber, hoffnungslose Unterhaltungen.

Einer der Gründe, dort aufzuhören, war der sogenannte „Zitterschluck“ – bevor ein Säufer zusammenklappt oder einen Krampf kriegt, weil er einige Zeit seinem Körper keinen Alkohol zuführen konnte (weil natürlich kein Geld mehr übrig war für weiteren Stoff), kriegt er in diesem Heim manchmal einen Zitterschluck. Ich finde das unverantwortlich und mich hat es auch genervt, dass ich einmal einen Zitterschluck geben musste.

Nun ja, das ist Vergangenheit. Die Zeit dort war wertvoll für mich. Den Endzustand eines Säufers zu erleben, ist anstrengend, macht traurig und wütend – tat mir als trockenem Alkoholiker aber auch gut.

Ich schäme mich nicht mehr. Ich bin stolz auf mich.

Ich bin dankbar für Giselas Hilfe. Sie ist eine Powerfrau.

Aufgewühlt und sehr gerührt: Weitermachen!

PS: Vielen Dank für die zahlreichen Glückwünsche!

»Und siehe, es war alles gut!«

11. Juni 2012 von Kai Sender | 5 Kommentare

Superhero Schwennen – von Batman und Robin möchte ich hier nichts hören, klar?

Ein Jahr lang habe ich darauf gewartet, nein, ich habe darauf hingearbeitet, als Ehemaliger das 37. Jahrestreffen im St. Marienstift Neuenkirchen / Vörden mitzuerleben. Als ich in meiner Therapie das Treffen als Patient mitgestaltete (in einer sehr verantwortlichen Position als Oberaufseher der „Schokokuss-Weitwurfmaschine“, in etwa vergleichbar mit dem HPP [Head of production-process] großer US-Unternehmen), hatte ich mir so fest vorgenommen, dass ich im kommenden Jahr auch hier sein würde, nach Ende einer hoffentlich erfolgreichen Therapie, trocken und spielfrei und wieder glücklich und – altmodisches aber wahres Wort – lebensfroh.

Und bei Gott: es ist wahr geworden!

Pater Udo und Pastor Möllmann

Es war mir damals zuerst ein wenig peinlich, ich hatte mich auch etwas geschämt. „Die kommen jetzt alle und haben’s schon geschafft und ich bin noch hier und die sehen bestimmt auf mich herab oder belächeln mich oder denken „Armer Kerl“ und ich bin ja auch noch nicht fertig und und und…“

Ich hatte mir in den letzten Monaten immer wieder vorgestellt, wie es wohl sein würde. Wäre ich aufgeregt, bewegt, würde ich weinen? Wie würde die Begegnung mit den Mitpatienten, Therapeuten sein? Würden Sie alle kommen und wir würden „in alten Zeiten“ schwelgen?

Um es vorweg zu sagen: das wichtigste an diesem Tag war für mich, dass Gisela mitkommt. Dass ich zusammen mit meiner Frau, die mich so unfassbar stark und liebevoll unterstützt hat, mir Mut machte, Kraft und Zuversicht verlieh, die alten Wege gehen würde, die Gebäude und vor allem die Menschen sehen könnte, die eine so wichtige Bedeutung in unserem Leben haben und behalten werden.

Der Mensch, den ich dort auf jeden Fall wiedersehen wollte, war selbstverständlich mein Therapeut Horst Schwennen. Der Mann war in meiner Therapie für mich ziemlich anstrengend. Und nervig. Mir gefiel zwar von Anfang an sein fast britischer Humor, aber er weigerte sich standhaft,  mir die Welt zu erklären und glasklare Regeln für jede erdenkbare Lebenssituation zu geben – das hatte ich mir von einer Therapie eigentlich erhofft. In der ersten Zeit meiner Therapie stand ich also ziemlich auf dem Schlauch. Hallo? Jemand zuhause? Was ist denn jetzt? Geht’s bald mal los?

Nach einigen Wochen merkte ich, dass Horst Schwennen mir viel mehr als das geben wollte: meine Autonomie – ich sollte selbst entscheiden. Damit fing ich dann auch an.

Aber ich schweife ab.

Scheckübergabe des Förderkreises an die Leitung der Klinik

Auf der Fahrt zum Marienstift war ich erstaunlicherweise sehr ruhig und nicht aufgeregt, das änderte sich ein wenig mit dem Eintreffen. Gerade am Marienstift angekommen, gingen Gisela und ich einmal um die Klinik, als ich auch schon Horst Schwennen traf. Ich habe die sehr herzliche Begrüßung und eine spezielle Geste genossen, und das anschließende längere Gespräch mit ihm hat mich bewegt und in mir eine sehr große Zufriedenheit ausgelöst, ein sattes Gefühl von „so muss es sein!“ Er gab mir auch eine wichtige Anregung für meine Zukunftsgestaltung. Typisch Schwennen, eben! Wir vereinbarten, uns später noch einmal zusammenzusetzen.

Friedrich kam dazu, der sanfte Riese, und er machte auf mich einen außerordentlich guten Eindruck. Mit ihm verbrachten Gisela und ich viel Zeit, wir gingen gemeinsam herum, erzählten uns viel und sagten uns immer wieder, wie froh wir seien, einander zu sehen. Die Chemie zwischen uns stimmt einfach. Und auch er empfindet eine große Dankbarkeit für die Zeit der Therapie in der Suchtklinik. Er macht einen wirklich guten Eindruck und ich werde mit ihm in Verbindung bleiben, sporadisch zwar, aber einander zugetan.

Mit ihm nahmen wir auch an der offiziellen Eröffnungsveranstaltung teil, die von Prof. Dr. Hinze-Selch geleitet wurde. Gleich zu Anfang entdeckte ich zu meiner großen Freude Pater Udo vom Priorat St. Benedikt in Damme und nach der Veranstaltung konnte ich ihn Gisela vorstellen. Mit Pater Udo ist das so eine Sache. Mein Glauben an Gott ist durch meine religiös geprägte Kindheit und Jugend quasi nicht vorhanden. (Man achte auf das Wort „quasi“ – das ist der Schlüssel zu so manchem in mir drinnen, was meinen Glauben betrifft) Und wenn man sich erst einmal für eine bestimmte Meinung entschieden hat, neigt man ja gerne dazu, nur noch Bestätigendes wahrzunehmen oder gelten zu lassen. Pater Udo macht es mir da sehr schwer, denn er ist ein wirklich phänomenal vorbildlicher Diener seines Gottes mit einer entwaffnenden Freundlichkeit und großen Menschenliebe. Er strahlt all‘ das Positive aus, was man ich von einem Kirchenmenschen erwarte und noch viel mehr. Wenn es mehr Gottesdiener seiner Art gäbe, wären die Kirchen heute noch gefüllt mit Schäfchen.  

Ich habe mich auch eingetragen. Der älteste Eintrag war, glaube ich, aus dem Jahr 1975,

Ich freute mich darüber, dass er regelmäßig meinen Suchtbericht liest und daher im Bilde darüber war, dass ich im November mit Gisela ein paar Tage in einem Kloster verbracht habe, denn er war einer der Auslöser dieser Aktion, die wir so ähnlich auch wiederholen werden.

Die Eröffnungsveranstaltung selbst hat mich etwas enttäuscht. Mir fehlten die Ansprache und das Willkommen heißen der ehemaligen Patienten. Sicherlich gab es auch andere Gäste wie die Vertreter des Förderkreises, in dem ich ja auch Mitglied bin, und darauf muss auch eingegangen werden, doch vermisste ich das Vermitteln eines Gemeinschaftsgefühles. Als ehemaliger Patient gehe ich ja auch zu diesem Treffen, um mich zu zeigen. „Guckt mal alle, ich habe es bis hierher geschafft und ich mache weiter!“

Es gab nur eine kurze Begrüßung, dann wurde das neue Leitungsteam der Klinik vorgestellt. Neben Frau Prof. Dr. Hinze-Selch ist jetzt auch Frau Dr. Isabel Englert leitende Ärztin. Und Ralf Nebe ist leitender Psychologe. Ich hatte ihn in meiner Indikationsgruppe Krankheitsakzeptanz. Anschließend hielten Pater Udo und Pastor Mölmann einen ökumenischen Gottesdienst und Dr. Englert einen Vortrag über eine neues Angebot der Klinik: die Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen und Suchterkrankung in dem Programm Trauma und Sucht.

Nach der Eröffnung spazierten Gisela, Friedrich und ich weiter umher. Zwischendurch begrüßten wir den einen oder anderen Ehemaligen, deren Namen mir zwar nicht immer geläufig waren, deren Gesichter ich aber noch einordnen konnte.

Merkwürdigerweise habe ich mich zurückgehalten. War ich zu aufgeregt?

Aus meiner Gruppe sieben waren nur noch zwei andere Mitpatienten da, David und Ingolf. Ihnen geht es gut, sagen sie. Leider waren die anderen Gruppenmitglieder nicht anwesend. Norbert hätte ich gerne gesehen, doch er hatte keine Zeit, weil er auf Montage war. Ab und an telefoniere ich noch mit ihm, er ist spielfrei, es fällt nicht immer leicht, aber er hält durch.

Wo waren all‘ die anderen? Wie geht es ihnen? Ich habe meine Befürchtungen und weiß auch von dem einen oder anderen, der seine Spielfreiheit nicht bewahren konnte. Das ist schade. Aber leider gehört das zu unserer Krankheit. Wir haben eben keinen einfachen Schnupfen, sondern eine existenzbedrohende Krankheit.

Ein weiteres Highlight an diesem Nachmittag war die Begegnung mit Martin Bietendorf, den ich hier jetzt nicht noch einmal für seine angenehme Sprache und sein insgesamt feines Auftreten bewundere. Das habe ich schon mehrmals getan. Seine Indikationsgruppe Selbstsicherheitstraining im sog. Medienraum damals habe ich in sehr guter Erinnerung und auch den Running Gag von damals: „Wohlsein!“ Mir gefiel – meine Güte ja, einmal sag‘ ich’s noch – seine Herzlichkeit und Klarheit im Umgang mit den Patienten. Er sprach mich an, als ich auf der Anwesenheitsliste nach Namen suchte und sagte mir, dass er regelmäßig den Suchtbericht lese. Er war im Bild über mich und meine Selbsthilfegruppe GGG. Mich hat gefreut, dass ich ihm Gisela vorstellen konnte, denn sie hatte schon viel von ihm gehört – und sie stimmt mir in meiner Meinung über ihn absolut zu.

Zuweilen ist es halt so, dass einem Menschen begegnen, die in ihrer souveränen Freundlichkeit und Anständigkeit – doofes Wort, aber ein besseres fällt mir gerade nicht ein – verblüffen und als Vorbild dienen können. (Wenn man es denn zulässt.)

Zu diesen zählt übrigens auch der Therapeut Norbert König, der mich damals beim Üben des aktiven Zuhörens in der Indikationsgruppe Kommunikationstrainig nachhaltig beeindruckt hat. Ich habe ihn zwar am Sonnabend gesehen, konnte ihn aber nicht sprechen, was ich bedauerlich finde.

Da ich die Besucher des Jahrestreffens nicht zeigen kann, hier etwas ebenso Schönes: Blumen

Walter Maronde, Co-Therapeut „meiner“ Gruppe sieben, war auch zugegen und zwar als Mitglied einer Band. :-) Als ich ihn umarmte (Ich habe an dem Tag so viele Menschen umarmt wie sonst in zwei Monaten nicht. Quatsch, in fünf Monaten.) meinte er, „wenn das jetzt jemand filmt!“  Leider kam auch hier das Gespräch zu kurz.

Als es Zeit wurde, wieder aufzubrechen, sprachen Gisela und ich noch kurz mit Superhero Horst Schwennen. Ein Foto wurde gemacht und dann saßen Gisela und ich im Auto auf dem Parkplatz und hielten noch eine Weile inne. Mir kamen die Tränen und ich ließ es zu. Dann fuhren wir langsam nach Hause und unterhielten uns während der ganzen Fahrt. Um diesem Tag die gebührende Ehre zu geben, gingen wir noch in ein Restaurant und abends sahen wir uns den Film „Elling“ an, der für mich eine bestimmte Bedeutung im Zusammenhang mit der Klinik hat. (Herzlichen Dank an einen netten Menschen!)

Die Eindrücke des Tages sind gewaltig. So groß die Vorfreude war, so groß ist die Nachfreude. Es hat mir gut getan, mich zu zeigen und andere zu sehen, Erinnerungen zu genießen und meine Dankbarkeit für die Zeit im Marienstift zu empfinden. Ich nahm eine große Menge an unterschiedlichen Gefühlen wahr („Darf’s noch ein Pfund mehr sein?“) und alle hatten ihre Berechtigung: Traurigkeit, Enttäuschung, Dankbarkeit, Freude, Stolz, Aufgeregtheit, Anerkennung.

Ich werde auch im kommenden Jahr das Jahrestreffen besuchen. Und dann werde ich die Gelegenheit wahrnehmen, auch mit denen zu reden, die ich dieses Mal nicht „erwischte“.

Und ich werde wieder bewegt sein.
Und ich werde wieder weinen.
Und ich werde immer noch spielfrei und trocken sein.
Denn so soll es sein.

Versprechend: Weitermachen!

 

Kann mir jemand den zu Weihnachten schenken?

16. Dezember 2011 von Kai Sender | Keine Kommentare

was zur Hölle bedeutet das bloß alles: Supervisor, Systemischer Therapeut, Systemischer Familientherapeut, Integrativer Sozialtherapeut, Psychotherapeut, Lehrtherapeut - und jetzt auch noch Kai-Sender-Therapeut...

was zur Hölle bedeutet das bloß alles: Supervisor, Systemischer Therapeut, Systemischer Familientherapeut, Integrativer Sozialtherapeut, Psychotherapeut, Lehrtherapeut – und jetzt auch noch Kai-Sender-Therapeut…

Hab‘ eine Weihnachtskarte von Horst Schwennen erhalten. Mein Lieblingstherapeut, der mich so hat zappeln lassen, der mir so geholfen hat, der so knallhart nachbohren kann, so voller Verständnis ist und einen fast britischen Humor hat.

Er behandelt jeden Patienten als gleichberechtigt und mit sehr viel Respekt.

„Bleiben Sie am Ball, damit es Ihnen weiterhin gut geht!“

Werd‘ ich machen. Dankeschön! Und heute geh‘ ich mal ’ne Karte kaufen…

Wir werden uns sehen, mein lieber Horst Schwennen!

Vorfreudig: Weitermachen!